Nächster Halt: Zentralbahnhof Ellerau

Seitdem die Einwendungsphase im Februar abgeschlossen wurde, ist es um das Thema S21 etwas ruhiger geworden. Bis es zum wichtigen Erörterungsgespräch kommt, haben wir daher etwas Zeit und Gelegenheit, den Gedanken und Ideen mal freien Lauf zu lassen.

Schaut man sich beispielsweise auf Wikipedia zum Thema AKN um, findet man dort folgenden Abschnitt:

„Derzeit sind die Fahrzeiten der AKN für viele Relationen nicht konkurrenzfähig mit dem Auto, selbst bei Betrachtung der Strecke von Bahnhof zu Bahnhof. Bedingt wird dies durch

  • die fehlende Durchbindung der AKN-Triebwagen in Neumünster und Eidelstedt für Reisende in das Zentrum von Hamburg oder nach Kiel
  • die geringen Abstände der Haltestellen entlang der Linien A1 und A2
  • die lediglich auf 100 km/h ausgelegten Strecken
  • die lediglich auf 88 km/h bis 105 km/h ausgelegte Höchstgeschwindigkeit der Triebwagen“

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Zeit zu handeln!

Noch knapp 3 Wochen bis zum Ende der Einwendungsfrist!

Leider mussten wir in den letzten Tagen und Wochen immer wieder feststellen, dass viele direkt betroffene Anwohner der Bahntrasse noch nichts von dem Vorhaben wussten und sich dem Ernst der Lage gar nicht bewusst waren.
Der perfide Plan der Projektverantwortlichen, die Öffentlichkeit nicht zu informieren, um die Einsprüche gegen das Projekt möglichst gering zu halten, schien aufzugehen. Daher haben wir unsere Bemühungen, zumindest alle direkt betroffenen Anwohner auf das Vorhaben aufmerksam zu machen, nochmal verstärkt. Dies ging jedoch nicht ohne Hilfe, sondern nur dank der tatkräftigen Unterstützung engagierter Bönningstedter Bahnanlieger.

Diese Bönningstedter Bürger haben nicht nur Infozettel an zahlreiche Haushalte in Bönningstedt, Hasloh, Quickborn sowie Ellerau verteilt und dabei viele Gespräche geführt, sondern auch einen Infoabend organisiert:

Infoabend zum Projekt S21
Montag, 20. Februar 2017 um 19:00 Uhr
Restaurant Montenegro bei Sabina
Ellerbeker Str. 27, 25474 Bönningstedt

An diesem Termin wollen wir nochmal ALLEN interessierten Bürgern – von Eidelstedt bis Kaltenkirchen – die Möglichkeit bieten, die sicher zahlreichen Fragen zum Projekt zu stellen. Vor allem wird es aber darum gehen, sich bezüglich der am 09. März endenden Einwendungsfrist auszutauschen und auszuloten, welche Möglichkeiten jeder Einzelne hat, sich zu dem Projekt zu äußern.

Nehmen Sie diese Chance war! Wir können gar nicht oft genug wiederholen, dass diejenigen, die nicht bis zum 09. März schriftlich Einwendung erhoben haben, sich für die Zukunft jegliche Beteiligungsmöglichkeiten unwiederbringlich verbaut haben. Lesen Sie hierzu auch unsere Informationen zum Thema „Einwendung“.

S21 – Alle Dokumente und weitere Infos

Für die Bereiche Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich mittlerweile haufenweise Planungsunterlagen angesammelt. Diese sind zwar alle online verfügbar, aber nur nach aufwendigerer Suche zu finden und dann auch nur als Komplettpaket mit gleich mehreren hundert Megabyte ladbar.

Die Seite Nahverkehr Aktuell hat in mühsamer Arbeit alle Einzeldokumente online gestellt, betitelt und mit Größenangaben versehen. Das erleichtert die Suche nach bestimmten Dokumenten enorm.

Außerdem betrachten die Macher der Seite einzelne Bestandteile (z.B. Bahnhöfe, Bahnübergänge etc.) in einer Art Serie nochmal gesondert. Dabei wird zwar nicht jedes kleinste Detail beleuchtet, was den Rahmen deutlich sprengen würde, aber es ist für Einige bestimmt eine interessante Übersicht und Unterstützung. Auch wenn es für persönlich Betroffene die eingehende Auseinandersetzung mit dem Projekt natürlich nicht ersetzt.

Wir erlauben uns an dieser Stelle auf die Seiten von Nahverkehr Aktuell zu verlinken (weitere Info-Artikel werden wir hier ebenfalls verlinken) und bedanken uns herzlich für die Arbeit und Mühe, die dafür investiert wurde und wird.

 

Einwendungsphase beginnt – jetzt handeln!

Nun ist es soweit: Ab Montag, den 23. Januar beginnt die Einwendungsphase zum Schleswig-Holsteiner Abschnitt für das „Projekt S21“. Bis zum Donnerstag, den 23. Februar liegen alle Planunterlagen und Gutachten auf den Ämtern der betroffenen Städte und Gemeinden aus und sind zudem online auf der Seite der Planfeststellungsbehörde. Bis zum 09. März haben betroffene Bürger dann Zeit, formlos Einwendung gegen das Projekt, einzelne Bestandteile oder dessen Folgen Einwendung zu erheben.

Gründe für eine Einwendung gibt es viele. Beispiele:

  • Die Bauphase mit nächtlichem Baulärm (die Arbeiten sollen primär nachts stattfinden) und massiven Verkehrsbeeinträchtigungen.
  • Gefahren und optische Verschandelung der Landschaft auf 30 Kilometern Länge durch die Oberleitung (die im Übrigen den Löwenanteil der 100 Mio. € Baukosten ausmacht).
  • Die Zunahme von Lärm und Erschütterungen.
  • Die zu erwartenden Verkehrsprobleme samt Verschlechterung der Hilfsfristen von Rettungsfahrzeugen aufgrund häufiger geschlossener Schranken.
  • Das Ungleichgewicht von 200 Mio. € Steuermitteln für wenige Minuten Fahrzeitgewinn und 1x weniger umsteigen für einige Pendler (viele andere werden hingegen künftig länger brauchen).
  • Die fehlende Prüfung von Alternativen (z.B. Züge, die im Hamburger Bereich an der Stromschiene fahren und im Schleswig-Holsteiner Bereich andere Antriebsarten (z.B. Akkus, Wasserstoff etc.) nutzen).

Wir würden uns natürlich sehr wünschen, wenn jeder Bürger (ab 7 Jahren), der durch dieses Projekt in irgendeiner Weise negativ betroffen ist, auch Einwendung erhebt.

  • Das kann der Spaziergänger mit seinem Hund sein, der durch den zweigleisigen Ausbau den gewohnten Auslauf nicht mehr nutzen kann.
  • Der Nutzer der P+R-Parkplätze, der mit Autolacke zerstörendem Abrieb von Stromabnehmer und Oberleitung (welcher je nach Witterung bis zum mehrere hundert Meter weit getragen wird) zu kämpfen haben wird.
  • Der Bekannte/Verwandte von außerhalb, der beim Besuch nun längere Anfahrtszeiten hat, weil der Verkehr sich aufgrund längerer Schrankenschließzeiten staut.
  • Der Anwohner, der keine Stromleitungen in 8 Metern Höhe mitten durch seinen Ort haben möchte.
  • Der Angestellte der AKN, der um seinen Arbeitsplatz fürchtet.
  • Der Bürger, der den verantwortungslosen Umgang mit seinem Steuergeld fürchtet.
  • Der Umsteiger in die Linie S3, der statt einem direkten Anschlusszug in Eidelstedt künftig 6-7 Minuten warten muss.
  • Und natürlich auch der Bewohner in Gleisnähe, der mit den Beeinträchtigungen durch mehr und nächtlichen Lärm wird leben müssen.

Dabei muss man nicht zwingend in Gänze gegen das Projekt sein. Man kann sich durchaus für das Projekt aussprechen und trotzdem einzelne Punkte kritisieren. Entscheidend ist, dass man sich in der vorgegebenen Frist bis zum 09. März äußert. Denn nur in dieser kurzen Phase kann man offiziell zu dem Vorhaben Stellung beziehen und die Vorhabenträgerin (AKN) ist gezwungen darauf zu antworten und wird ggf. Optimierungen vornehmen. Daher ist uns wichtig zu betonen, dass wer jetzt keine Stellung bezieht, später dazu keine Möglichkeit mehr erhält und sich mit dem Projekt und seinen Folgen vollkommen Einverstanden erklärt.

Solch eine Einwendung kann formlos (aber schriftlich, nicht per E-Mail) erfolgen. Auch muss sie nicht rechtlich korrekt formuliert sein, sondern soll stets die persönliche Betroffenheit und Kritikpunkte mit eigenen Worten zum Ausdruck bringen. Ein ganz einfaches Muster, diverse mögliche Einwendungspunkte und einige Interessante grundsätzliche Infos haben wir auf unserer Unterseite „Einwendungsphase“ zusammengestellt. Soweit es uns möglich ist, unterstützen wir natürlich auch gerne dabei.

Und wie geht es dann weiter? Alle Einwendungen werden gesammelt und der AKN zur Stellungnahme zugeleitet. Dann wird es irgendwann einen so genannten Erörterungstermin geben. Bei diesem nicht-öffentlichen Termin sitzen sich alle anwesenden Einwender, die AKN samt Gutachtern und die Planfeststellungsbehörde gegenüber und tauschen nochmal ihre Argumente aus. Gegen den dann folgenden Planfeststellungsbeschluss können übrigens nur diejenigen Klagen, die auch Einwendung erhoben haben. Auch ein Grund, warum solch eine Einwendung von erheblicher Bedeutung ist.

Update 23.01.2016: Die Planungsdokumente als Download

Offener Brief an das Wirtschaftsministerium

In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Schleswig-Holsteiner Landtages vom 02.11.2016 hat sich Herr Staatssekretär Dr. Nägele/SPD auf Nachfrage von Herrn Vogt/FDP, der unsere Kritik an der mangelnden Gesprächsbereitschaft der Regierung und der aus unserer Sicht unzureichenden Informationspolitik weitergab, unter anderem wie folgt geäußert:

„Natürlich kennen wir die Situation vor Ort. Wir wollen dennoch erst mal bis Frühjahr 2017 das Planfeststellungsverfahren abschließen.“ […] „Wir wissen, dass das ein äußerst dickes Brett ist und werden deshalb weiter sehr offensiv mit der Information umgehen. Der Eindruck, wir würden nicht informieren, hoffe ich, ist auch dadurch zerstreut, dass Minister Meyer selbst vor Ort war, dass AKN als planendes Unternehmen permanent Gespräche führt.“

Es ist nicht das erste Mal, das von verantwortlichen Politikern derartige Aussagen getroffen wurden, weshalb wir diese nicht weiter unkommentiert im Raum stehen lassen möchten, da sie die tatsächliche Informationspolitik grundlegend falsch wiedergeben. Wir haben daher Herrn Staatssekretär Dr. Nägele und Herrn Minister Meyer einen „Offenen Brief“ zukommen lassen, den wir auch an dieser Stelle veröffentlichen:

Offener Brief der BI Bahnstrasse vom 18.11.2016
(Zum Vergrößern auf das Bild klicken.)

 

Update (10.01.2017): Auch nach nun knapp 8 Wochen, haben wir keine Reaktion auf den Brief erhalten. Soviel zu den offensiven Gesprächen…

Moonlight-Shopping mit der AKN – noch!

Am Freitag, den 18. November kann bei Dodenhof erneut nach Herzenslust bis Mitternacht eingekauft werden, beim sogenannten „Moonlight-Shopping“. Das Besondere daran ist, dass die AKN als regionaler Anbieter das Event mal wieder unterstützt. Denn die Züge der Linie A1 halten an diesem Tag außerplanmäßig auch nach 21 Uhr an der Haltestelle „Dodenhof“, um die Besucher stressfrei zum und vom Einkaufsbummel zu befördern.

An diesen besonderen Service der AKN hat man sich bereits sehr gewöhnt. Dies haben wir daher zum Anlass genommen, mal bei der AKN nachzufragen, für welche Events die AKN alles Sonderzüge einsetzt und außerplanmäßige Stopps einlegt. Die Antwort folgte prompt und ausführlich.

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Landesregierung bestätigt: S21 überflüssig

Und wieder eine Kleine Anfrage, diesmal in Schleswig-Holstein. Und obwohl Herr Dornquast von der CDU mit der Anfrage das „Projekt S21“ wohl eigentlich befeuern wollte, entpuppt sich die Antwort der Landesregierung als das vollkommene Gegenteil.

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Auslöser war ein Artikel im Norderstedter Teil des Hamburger Abendblattes mit dem Titel Fahrgäste der AKN sind zunehmend genervt. In dem Artikel ging es um überfüllte Züge auf der AKN-Linie A1. Die Pendler monieren die lange Fahrzeit von und nach Hamburg und die vielen Haltestellen auf der Strecke. Eine Entlastung sei erst mit Realisierung der S21 bis Kaltenkirchen in Aussicht. Aber ist das wirklich so?

Die Antworten der Landesregierung lassen nur einen Schluss zu: Nein!

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Kleine (An-)Frage – knappe Antwort

Eine „Kleine Anfrage“ ist eine Möglichkeit der Opposition, um im Rahmen der parlamentarischen Kontrolle verbindliche Auskünfte der Regierung zu erhalten. Eine solche Anfrage zum Thema „Ausbau der AKN-Linie A1 zur S21“ hat Herr Vogt/FDP im Schleswig-Holsteiner Landtag gestellt.

Die Antworten auf die „Kleine Anfrage“ überraschen zumeist nicht. Dennoch fällt einem auf, dass die Antworten der Landesregierung teilweise sehr knapp ausfallen. Nachvollziehbar, denn viele Informationen bieten viel Angriffsfläche.

Wir möchten eine Reihe von Punkten dennoch näher betrachten und aus unserem Blickwinkel darstellen:

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Optimierung unerwünscht!

Ein externer Verkehrsplaner macht einen Vorschlag zur Projektoptimierung…und die verantwortlichen Planer interessiert es nicht! Aber worum geht es dabei genau?

Die Idee ist, die S21 nicht schon in Kaltenkirchen enden zu lassen, sondern erst 2 Stationen später bei der jetzigen Haltestelle „Dodenhof“. Dort ließe sich ein großer P+R-Parkplatz errichten, nur wenige Meter vom Autobahn-Anschluss Kaltenkirchen entfernt. Die Vorteile liegen auf der Hand:

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